Versandkosten beim Umtausch

15.10.2014

„Warum muaß i denn beim Umtausch numoi Versand zoin? I woit doch bloß a andere Größe…“ - Des erklärn mia eich mit diesem Blogbeitrag:

Die Rücksendekosten für Retouren sind gem. Verbraucherrechterichtlinie zum Widerrufsrecht durch den Käufer zu tragen. Als kloane Firma können mia ned wia manche großen Online-Versandhäuser aus Kulanz trotzdem mit kostenlosem Rückversand agieren. Des rechnet sich bei uns ned, dafür samma einfach z‘kloa. Mia bitten um Verständnis, das mia hier nicht von der gesetzlichen Regelung abweichen. Sovui zum Porto für die Retoure.

Was des Porto für die Neulieferung angeht, werds a bisserl ausführlicher: Einen „Umtausch“ gibt‘s bei einer falschen Größe oder Farbe eigentlich ned. Also im rechtlichen Sinne. Nur im Falle eines Mangels hat der Käufer einen Gewährleistungsanspruch und beim Fehlschlagen der Nachbesserung auch Recht auf Umtausch der Ware. Geht‘s aber drum, dass a fehlerfreies Gwand bloß ned gfoit/passt, dann is die Sachlage anders. Jeder sog. „Umtausch“ mängelfreier Ware is eigentlich ein Widerruf plus Neubestellung.

Zum Vergleich: wenn‘sd in a Ladengschäft gehst und Sachen für die Kinder, den Partner oder als Geschenk für jemanden kaffst, und dann dahoam bemerkt wird, dass es ned passt oder ned gefällt, dann kannst die Sachen in den meisten Geschäften umtauschen. Des is im stationären Handel aber ned dein gutes Recht, sondern Kulanz bzw. Kundenservice des Geschäfts. Anders bei Bestellungen im Versandhandel: hier haben Verbraucher tatsächlich innerhalb von 14 Tagen ein gesetzlich verbrieftes Recht auf Rücktritt vom Kaufvertrag (Widerrufsrecht). Des hoaßt, der ursprüngliche Kauf wird rückgängig gmacht und beim Wunsch nach anderer Farbe/Größe wird ein neuer Kauf abgeschlossen.

Dad jetz oana auf die Idee kommen, im Ladengeschäft beim Umtausch auch noch Erstattung von Fahrtkosten (Benzin und Parkgebühren) für die zweite Anfahrt zu fordern? Wahrscheinlich ned, oder? Wär denn aber die Forderung, eine erneute Zusendung von Ware kostenfrei zu erhalten, im Grunde genommen ned genau dasselbe?

Der stationäre Handel würde -mit solchen Forderungen konfrontiert- einfach koa Kulanz mehr gewähren und Rückgaben ablehnen. Der Internethandel is verpflichtet den Widerruf zu akzeptieren, was ansich ja scho Aufwand (=Kosten) erzeugt, kannt sich’s aber auf lange Sicht ned leisten auch noch die Versandkosten dafür zu tragen. Entweder der dad pleite gehn, oder er müsst des auf die Verkaufspreise umlegen und die Produkte verteuern.

Bei uns san die Versandkosten mit 4 Euro sowieso knapp kalkuliert und decken ned amoi die tatsächlichen Kosten. D.h. mia „sponsern“ den Versand eh scho. Und ab 75,- Euro Bestellwert übernehmen mia’s Porto komplett und verschicken versandkostenfrei. Mia denken, des is fair und hoffen, damit is erklärt warum mia koane weiteren Zugeständnisse machen können und die Portokosten für Umtäusche nicht übernehmen.